Archive for Dezember 1st, 2008
Jugendsprache
Wenn Kevin morgens das Haus verlässt, um den Bildungsbunker (Schule) zu besuchen, packt er schnell noch die von der Erzeugerfraktion (Eltern) kleingeschnittene Gartenwurst (Salatgurke), sein BMW (Brot mit Wurst) und sein Datenzäpfchen (USB-Stick) ein.
Der ABC-Promoter (Grundschullehrer) steht noch im Ganzkörper-Erpelanzug (mit Gänsehaut) vor dem Eingang. Kevin kann also beruhigt eine ruhige Kugel schieben (es ruhig angehen lassen) und mit seinen Homies (Freunden) den Buschfunk (Gerüchteküche) anschmeißen.
Ey, habt ihr auch schon gehört, dass Torsten jetzt zu den Buschkackern (Pfadfindern) geht und die da nur so Baumratten (Eichhörnchen) angucken und so?”, darauf Ben und Matze gleichzeitig: “Krass!”, die unter Lachen “Chips-Cola” (Ausruf, wenn zwei ein Wort zur selben Zeit gesagt haben) rufen.
“Das passt zu dem. Der rennt doch auch jeden Tag in die Streberburg (Bibloithek).” “Na da geh ich lieber zum Rudelgucken (Public Viewing).”
Die Mädchen der Klasse haben da schon andere Gesprächsthemen. “Boa, ich war gestern beim Kopfgärtner (Frisör) und jetzt hängen meine Haare nur im Gesicht rum. Hat mal jemand ‘nen Haarwürger (Haarband) für mich?”. Doch da müssen die Freundinnen passen: “Bagel (Null, nichts, keins), Alter!”
Nun beginnt der Musikunterricht. Der ABC-Promoter holt sein Faltenradio (Zieharmonika) aus dem Koffer und will ein Lied mit den Kindern singen, doch die sind viel mehr damit beschäftigt die Stockente (Nordic Walker) zu beobachten, die eine Trethupe (kleiner Hund) umgerannt hat. Er versichert der Besitzerin, sich später mit einem Heuchlerbesen (Blumenstrauß) förmlichst zu entschuldigen und läd sie auf eine Maffiatorte (Pizza) ein. So vergeht die erste Stunde.
Frau Müller möchte den Kindern heute ein schwieriges neues Wort beibringen: Linoleum. Doch jegliche Ausspracheversuche enden mit dem Ausruf von Hannes: “Ey, man kann doch auch einfach ‘Teppich ohne Haare’ sagen!”. Frau Müller sieht die Schwierigkeit ein und lobt Hannes für seine kreative Sprachblüte (herausragende Wortneuschöpfung).
So oder so ähnlich harmloser kommunizieren Jugendliche heutzutage natürlich nicht auf der Straße oder Alltäglich, sondern mancher solcher Sprüche findet man schon mal vor allem im Internet in den Gesprächen. Die meisten Erwachsenen können ihren Kindern da nicht folgen. Doch in der Regel ist die Bildung eines eigenen Jargons nur eine Phase, die mit Spätestens 20 Jahren vorüber sein sollte. Diese eigene Sprache dient zur Abgrenzung von den Erwachsenen und zur einfachen Belustigung.
Doch gerade Erwachsene sollten Verständnis zeigen, denn in Zeiten der Gobalisierung vermischen sich auch in ihrem Wortschatz verschiedene Sprachen (meist Englisch und Deutsch) zu kreativen Neologismen.
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